37 JAHRE BELLADONNA

History

Das belladonna gibt es inzwischen seit 1980.

Hier könnt ihr nachlesen, wie das belladonna entstand und wie es sich im Laufe der Zeit entwickelt hat.

Das belladonna: Wer wir waren und was wir gemacht haben

Es begann 1979

Die Geschichte des belladonna begann 1979 mit einem Flugblatt: "Es gibt in Konstanz lesbische Frauen: Wir sind 3 ½. Wo sind die anderen??????".

Treffpunkte damals waren das Frauenzentrum in der Gütlestraße 8 oder das Café Chaos. Dort formierte sich eine Gruppe von Frauen, die politisch, kulturell und in der Lebensweise ernst machen wollte mit der Frauenbewegung.

Gegen bewegungsunlustige und homophobe Frauen in den eigenen feministischen Reihen regte sich erst Widerstand, dann entstand die Idee zum eigenen Projekt. 1980 ließ sich der Verein beim Amtsgericht ins Register eintragen und die Projektgruppe "Frauen & Kultur" bezog 1981 eigene Räume am Obermarkt 14, den Treffpunkt belladonna ("Tollkirsche"), mit solidarischer Unterstützung des Vermieters Buchladen Schwarze Geiss, später dann der Lebos Genossenschaft.

Nach der Schließung des Frauenzentrums war es dann vorwiegend der Verein "Frauen & Kultur", der mit Lesungen, Ausstellungen, Vorträgen und politischen Aktivitäten die frauenbewegte Szene der Stadt belebte. Rückendeckung kam auch aus der Linguistik und Soziologie der Reform-Universität Konstanz, damals noch mit Luise Pusch und Senta Trömel-Plötz eine Hochburg der feministischen Sprachwissenschaft.

Die 80er und 90er Jahre: am Obermarkt

1990 konnten wir dann "10 Jahre Nachtcafé am Bodensee im letzten Zipfele" mit ca. 50 "Mitclits" und einer großen Öffentlichkeit feiern. Hatte das belladonna einen geschützten Raum vor allem für lesbische Frauen geschaffen, so war es im Kontext der Frauenbewegung auch Anlaufstelle für politisch interessierte und aktive Frauen, sowie für hetero- und bisexuelle Frauen, die einfach mal einen Abend unter Frauen verbringen wollten.

Integraler Bestandteil des Konzepts war von Anfang an das "Café" mit Kneipenatmosphäre, in dem sich Frauen ein paarmal die Woche treffen und austauschen konnten.

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre spielte das belladonna als Ort des Austauschs in den frauenpolitischen Auseinandersetzungen in Konstanz eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das wichtigste Anliegen des Vereins aber war von Beginn an die Förderung einer Kultur von Frauen für Frauen.

Regelmäßig organisierte das belladonna Veranstaltungen wie Filmabende, Lesungen, Konzerte, Vorträge und Partys und sprach so die Konstanzer Frauen- und Lesbenszene an.

Dabei beschränkte es sich nicht nur auf die eigenen Räume, sondern arbeitete auch mit anderen kulturellen Institutionen zusammen: der Frauenbeauftragten der Stadt, dem Zebra-Kino, dem K9, der HIK (HomosexuellenInitiativeKonstanz) und der Aids-Hilfe, der Universität, sowie parteipolitischen und unabhängigen Frauengruppen.

Anfang der 90er Jahre konnten die Räume am Obermarkt renoviert werden, ein jährlicher Kulturzuschuß beim städtischen Kulturamt wurde eingeworben und die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkannt.

... und in der Friedrichstraße

1997 zog das belladonna zum ersten Mal um in größere Räume in der Friedrichstraße 21. Auch wenn es um die Frauenpolitik seitdem etwas stiller geworden ist, so ging das Konzept weiter auf.

Mit zwischenzeitlich an die 100 Mitfrauen wurde das belladonna eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt, allerdings mit unterschiedlicher Anerkennung in der Öffentlichkeit. Mehr als einmal wurde das belladonna totgesagt in diesen Jahren. Und es gab immer wieder Männer und Frauen, die sich provoziert fühlten von 50 qm exklusivem Frauenterrain in einer süddeutschen Provinzstadt. Aber: Mitfrauen, aktive Frauen und Publikum kamen und gingen - und kamen immer wieder.

seit 2004 im Neuwerk

Im Frühjahr 2004 ist das belladonna erneut umgezogen und hat die Nähe zum Neuwerk, einem alternativen Großprojekt der Zusammenarbeit von Kultur, Kunst und Handwerk in Konstanz, gesucht. Seitdem hat das belladonna in Eigenarbeit gestaltete Räume im Neuwerk, in der Oberlohnstraße 3, mit einer Bar, Cafe und Partyraum. 2005 hat das belladonna ausgelassen und mit einem rauschenden Fest sein 25jähriges Jubiläum gefeiert.